Mit Beton wird der Keller zur Klimaanlage fürs Haus

16.08.2016
Wohl dem, der einen Keller hat. Und wenn er dann noch aus Beton ist! Gerade beim zeitgemäßen Bauen übernimmt der Keller viele Aufgaben vor allem in den Bereichen Energieeffizienz und Raumklima. Im Winter warm, im Sommer kühl – so dient der Keller zum Beispiel als natürliche Klimaanlage!

Der Keller als perfekter Wärmepuffer ist längst in der Fachwelt anerkannt und belegt: So kommt eine Studie des renommierten Ingenieurbüros Schöberl & Pöll zu interessanten Ergebnissen, die vor allem für eines sprechen: Beton als Baustoff für den unbedingt erforderlichen Keller. Der Keller als Wärmepuffer, der Keller als Klimaanlage, der Keller als Raum für Haustechnik – Gründe für den Keller gibt es in rauen Mengen. Das wichtigste Argument betrifft die Lebensqualität: In einem Haus, das unabhängig von der Jahreszeit ein ideales Raumklima bietet, fühlen sich alle wohl.

Weniger Heizenergie durch Unterkellerung

Das Thema Raumklima zieht sich durch alle Jahreszeiten. Besonders im Hochsommer heizen sich Häuser mit Betonkeller weniger auf – gerade für die innerstädtische Architektur ein unschlagbares Argument. Das Haus leitet überflüssige Wärme einfach ins Erdreich ab.

Im Winter dagegen ist das Erdreich, das die Kellerwände umgibt, deutlich wärmer als die kalte Außenluft. Dann trägt der Keller dazu bei, dass das Haus weniger Heizenergie verbraucht. Zusätzlich werden Temperaturschwankungen reduziert, weil die Masse des Kellers und seine große Berührungsfläche zum Erdreich als Wärmepuffer wirken.

Besseres Wohnklima – immer Wohlfühltemperatur

Moderne Keller unterstützen durch ihre Funktion als Wärmepuffer optimal energiesparende Bauweisen und verbessern zusätzlich das ganze Jahr über das Wohnklima. Zu diesem Ergebnis kam eine Vergleichsstudie des Wiener Ingenieurbüros Schöberl & Pöll. Durch die Wirkung des Kellers als thermischer Puffer verringert sich der Heizwärmebedarf um bis zu 378 Kilowattstunden pro Jahr. Selbst bei einem Niedrigenergiehaus sind das neun Prozent der Heizkosten – ein signifikanter Wert also.

Vergleichsstudie: wesentlich weniger Heizkosten

Im Rahmen der Studie wurden Musterhäuser untersucht – vier Kellervarianten und eine Version ohne Keller wurden auf die Heizkosten hin analysiert. Jede Art wurde doppelt durchgerechnet: Zum einen als Niedrigenergiehaus mit einem Heizwärmebedarf von 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, zum anderen als weniger gut gedämmtes Haus mit einem Bedarf von 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Das Ingenieurbüro, spezialisiert auf energieeffizientes Bauen, stellt eindeutig fest, dass deutliche Einsparungen im Heizwärmebedarf möglich sind: Wichtig ist dabei eine gute Dämmung der Kellerdecke – und auch die Außenwände müssen zum umliegenden Erdreich gut gedämmt sein. So wird der Keller zum guten Sparer.

Platz für alternative Heizsysteme

Das Haus der Zukunft wird zunehmend auf die Nutzung alternativer Energieträger ausgerichtet sein. Und dafür ist Raum für die entsprechende Haustechnik notwendig. Auch das ein klares Argument für den Keller, denn Feuerstätten für erneuerbare Energieträger – zum Beispiel Holzpellets – mit entsprechenden Heizungen und modernen Kaminen sichern individuelles, unabhängiges Heizen. Auch weitere Alternativ-Systeme brauchen Platz im Keller – zum Beispiel die Solartechnik.

Die Vergleichsstudie “Auswirkungen des Kellers auf den Passivhaus – Nachweis bei Bauweise mit und ohne Keller” können ist hier kostenlos verfügbar:
Download (PDF, 3,6 MB)