Sensationelle Idee: Tragfähige Betonschalung mit „Luftballons“!

Beton und Luftballons – auf diese ungewöhnliche Kombination muss man erst einmal kommen! Forscher der TU Wien wagten sich an einen Versuch heran, der auf den ersten Blick fast unglaublich erscheint: Betonschalungen mit Luftkissen als Grundlage. 

Im Institut für Hochbau und Technologie der TU Wien wurde eine außergewöhnliche neue Methode der Betonschalung entwickelt: Die Forscher brachten Spritzbeton auf einen Luftballon auf und schufen so eine neue Möglichkeit, extrem leichte Gebilde zu erstellen, die dennoch stabil und tragfähig sind.

Basis des Versuchs: Hightech-Luftkissen

Das Prinzip erinnert an Basteln mit Kindern. Doch statt Pappmaschee, Gummi, Zeitungspapier und Kleister setzten die Wissenschaftler bei ihrem Versuch echte High-Technology ein. Das beginnt schon bei den Luftkissen, den so genannten Pneus. Die werden am Computer entworfen und speziell so hergestellt, dass sie der Form des Endprodukts möglichst nahe kommen.

Dünn, stabil, tragfähig: „UHPC“-Beton

Auf diese Pneus wird schichtweise ein speziell entwickelter Beton gespritzt. Dazwischen legte man immer wieder Vlies, um Risse beim Trocknen zu verhindern. Die Zusammensetzung des Spritzbetons ist dabei entscheidend, denn er muss eine gute Pump- und Spritzfähigkeit haben und schnell abbinden. Darum wurden dem Beton Verflüssiger beigemischt, aber auch Erstarrungsbeschleuniger, wie sie im Tunnelbau eingesetzt werden. So bedurfte es einiger Testmischungen, bis der optimale „Ultra High Performance Concrete“ gefunden war.

Der Beton braucht außerdem eine enorme Festigkeit, denn die Schicht soll nur wenige Zentimeter dick sein – aber außerordentlich stabil. Die Festigkeit dieses Spezial-betons ist darum rund dreimal höher als normal und erreicht fast schon die Qualität von Stahl. So können feste Betonschalen mit einer Dicke von nur 1,5 bis 4 cm hergestellt werden.

Damit eröffnet die Luftkissenschalung der Architektur ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten in der Formgebung. Man darf gespannt sein, wie diese künftig genutzt werden!

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